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Patti Smith

 

In allen bedeutenden Feuilletons wurde Patti Smith ausfu?hrlich portra?tiert, man sprach von „der einzigartigen Mystikerin“ (FAZ), der „Halbikone“ (SZ), der „Rock-Diva“ und „Galionsfigur der New Yorker Punkbewegung“ (NZZ), von einer „Meisterin der Anbetung und der Anverwandlung“ (Tagesspiegel), und „Draculas sanfte Tochter – die Poetin des Punkrock“ („Spiegel“):

„Auf der Bu?hne, als Musikerin ist Patti Smith sanfter geworden mit den Jahren, doch nicht weniger eindringlich. Ihr waffenloser Aufruf ‚People have the Power‘, den sie bei ihren Auftritten nie wegla?ßt, ist nicht Schlachtengesang, vielmehr die Hymne fu?r einen Wunsch, der ihrer tiefen Religiosita?t entspringt, zu der sie sich seit den fru?hen Jahren in ihren Auftritten bekennt. Sa?ngerin, Frontfrau, Performerin, Mystikerin, Dichterin, Malerin, Fotografin – Bilder-Macherin im scho?nsten Sinn des Wortes, das ist Patti Smith. Es gibt keine wie sie in unserer Gegenwart, sorgsame Sammlerin und Bewahrerin im Reich der Toten und der Lebenden, Begleiterin in der Wirklichkeit und in den Tra?umen.“ (Rose-Marie Gropp in der „FAZ“).

„Wer ist Patti Smith? Dichterin, Musikerin, Literatin, Ku?nstlerin und Aktivistin, ‚Hohepriesterin des Rock‘. (...) Schon ihre fru?hen Platten synthetisieren Velvet Underground, Janis Joplin (also jedenfalls Bluesrock) und Spoken Word – kein Mensch kann sagen, zu was eigentlich. Nur, daß daraus schon der klassische Punk zu winken scheint, ist klar. Ihr Gesang klingt mal wie ein zu?rnendes Jauchzen, mal wie eine Turbovision von Nico (...), ein animalischer Verismo.

Eine selten gezogene, aber wesentliche Verbindung ist die von Fleiß und Punk, Punk und Disziplin. ‚Wer nicht hart arbeitet, wird es nie zu etwas bringen‘, sagte sie der SZ: ‚Daß Warhol nur mit Rumstehen Warhol wurde, ist ein Mythos. Er hat hart gearbeitet.‘ (...)
Sie bleibt doppeldeutig. Sie ist mittendrin und Randfigur zugleich. Eine Halbikone. Keine Hohepriesterin, sondern eine fleißige, kluge Frau.“ (Juliane Liebert in der „SZ“)

„Ihre Stimme ist heute tiefer, wa?rmer als einst. Und selbst wenn sie beim Singen mal stockt: Ihre Zauberkraft ist stark und golden.“ (Nadine Lange im „Tagesspiegel)

„Gegen die Macht vorherrschender Moden und Ideale inszeniert sie ihr Frausein jenseits aller weiblichen Klischees. Mit ihren Hosentra?gern und ihrem stolzen Blick auf dem Cover ihres Debu?talbums ‚Horses‘ liefert Patti Smith ein Rollenmodell fu?r Frauen jedweder Generation. (...) Punk formuliert sich bei ihr eher in Haltung, Stil, in ihrer Androgynie. Die Rockmusik dient ihr oft lediglich zum Transport ihrer elaborierten Texte.“ (Frank Jungha?nel in der „Berliner Zeitung)

Kurz vor ihrem 70. Geburtstag trug Patti Smith bei der Nobelpreisverleihung in Stockholm Bob Dylans Song „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ vor, und ihr herzergreifender Vortrag ist mittlerweile legenda?r – das Abbrechen, das neue Ansetzen, „ich hatte nicht den Text vergessen, den ich vo?llig verinnerlicht habe. Ich war einfach unfa?hig, ihn zutage zu fo?rdern“, schrieb sie in einem Essay im „New Yorker“. „Es ist dieser Augenblick des Unperfekten, eines Scheiterns, das in Wahrheit ganz allein menschlich ist, der ihre Darbietung unvergeßlich macht“, schrieb Frank Junghänel sehr richtig über diesen Auftritt.

Vielleicht ist genau das der Hauptgrund dafu?r, daß Patti Smith bis heute so erfolgreich, ja, wenn man genau ist, heute sogar weit erfolgreicher ist als in den Jahrzehnten zuvor – das Publikum spu?rt die Menschlichkeit und Glaubwu?rdigkeit einer klugen Frau, die Fans spu?ren die Ernsthaftigkeit einer großen Ku?nstlerin, die sich nach wie vor bei jedem ihrer seltener werdenden Konzerte verausgabt, alles gibt. Und die in jeder Sekunde ihres ku?nstlerischen Daseins, ob auf der Bu?hne oder in den Seiten ihrer Bu?cher, Haltung zeigt, in der Gewißheit: ein anderes Leben ist mo?glich. People have the Power!

"Die Wo?lfin - Gefa?hrlicher als fru?her: Patti Smith' glorioser Auftritt in Berlin" titelte die "Su?ddeutsche Zeitung" vor einigen Jahren. Joachim Hentschel schrieb: „Der Furor der klugen, 67 Jahre alten Frau. Der irrwitzige Glaube an eine Macht der Wo?rter (...) Die Band spielt eucharistisch glu?hende Fassungen von 'Redondo Beach', 'My Blakean Year', 'Birdland' - bei dem Patti Smith mitten im Stu?ck Dichterkladde und Lesebrille von sich wirft und sich tatsa?chlich in eine Wo?lfin verwandelt, die gefa?hrlicher wirkt als fru?her. (...) Ungefa?hr drei Stunden nach Konzertende geht langsam die Ga?nsehaut weg." Und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schrieb u?ber dieses Konzert: "Als Patti Smith dann 'Gloria' spielte, kletterten eben noch unscheinbare a?ltere Fans u?ber Kirchenba?nke und warfen vor der Bu?hne rhythmisch ihre Arme in die Lift. Bei 'Banga' fingen sie schließlich an zu jaulen. Als man, noch etwas entru?ckt, wieder auf die profane Straße trat, u?berall fragende Gesichter: Ist das wirklich passiert?"

Ja, so ist das bei den Auftritten der "Queen of Cool" (Michael Stipe u?ber Patti Smith) - da lodert ein Feuer, da werden die sattsam bekannten und langweiligen Konzertrituale u?ber Bord geworfen, da steht eine der sehr raren Perso?nlichkeiten auf der Bu?hne, die mit ihrer Energie, ihrer Glaubwu?rdigkeit und ihrer, ja, Erotik das Publikum verwandelt und verzaubert.

Eine Ku?nstlerin, die eine Vision anbietet, was Rock'n'Roll mal war und sein wollte - und eben immer noch sein kann: Eine Urkraft, die die Welt vera?ndern kann.


 
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